KONZEPTION APF NRW 2010
1. Ziele des Schulabschlussportfolios:
Die Waldorfschulen in NRW planen bis zum Schuljahr 2009/10 Form und Inhalt eines gemeinsamen Abschlussportfolios, das sich auf die gesamte Oberstufe bezieht und das erklärte Ziel verfolgt, die insbesondere während der Oberstufe erbrachten schulischen Leistungen des Schülers so zu dokumentieren, dass sein individuelles Kompetenzprofil in Erscheinung tritt. Dadurch möchte man nicht nur dem breiten Lernangebot einer Waldorfschule gerecht werden, sondern auch eine transparente und ganzheitliche Beurteilung der Handlungskompetenzen des Schülers ermöglichen – über seine schulischen Leistungen hinaus. Damit verbinden die Waldorfschulen in NRW weitreichende Erwartungen und Ziele, u.a. das Ziel, auf diesem Weg zu einem allgemein anerkannten Waldorfschul-Abschluss zu kommen.
In einem Schulabschlussportfolio sollen zunächst einmal Dokumente u.a. über wichtige Handlungssituationen (z.B. Praktika, Schauspiel, Projektarbeiten, Jahresarbeit) der letzten Schuljahre gesammelt und hinsichtlich der sich darin ausdrückenden Handlungskompetenzen ausgewertet werden. Dabei ist es nicht erstrebenswert sämtliche Kompetenzen eines Schülers im Sinne einer vollständigen Selbstdarstellung sichtbar machen zu wollen. Die Schüler müssen vielmehr lernen, sich selbst gezielt darzustellen, so dass sie in ihrer Persönlichkeit erkennbar werden. Hier kann das Schulabschlussportfolio eine Hilfe sein, um einen individuellen Bildungslebenslauf und die eigenen Stärken zu dokumentieren. Die Schüler erfahren dabei neue Sinnbezüge durch das, was sie im Zusammenhang mit Schule getan, erlebt und gelernt haben. Ihre Erfahrungen und inneren Entwicklungsschritte sind gefragt, nicht nur ihr Wissen und ihre intellektuellen Fertigkeiten. Schließlich müssen sie lernen, mit Kompetenzbegriffen umzugehen.

